Alpe d` Huez 2011 mit Max Schumann.
Text: Max Schumann fürs IBC Forum.

Megavalanche 2011 – Training und Positioning Race

“Felsen, Schneefelder, knietiefer Staub, Bremswellen, noch mehr Felsen, Wurzeln und vor allem Anlieger an Anlieger an Anlieger – Alpe d’Huez präsentiert sich mal wieder von seiner allerbesten Seite.
Ich bin unglaublich froh hier zu sein. Kurz hatte ich mit dem Gedanken gespielt, auf das Rennen zu verzichten, weil ich mir drei Wochen zuvor bei einem unglücklichen Trainingsturz den Daumen gezerrt habe. Doch pure Vernunft darf niemals siegen, Flow hat Vorrang. Und außerdem kann ich den Lenker ja doch irgendwie halten. So genieße ich hier nun jeden Meter auf dem Trail – ein Dauergrinsen im Gesicht , die Blutbahnen mit Flow gesättigt, spüre ich weder den schmerzenden Daumen noch die vor Anstrengung pumpenden Arme. Staub in der Lunge und ein traumhaftes Westalpenpanorama runden das Erlebnis perfekt ab.



Alpe d’Huez bietet mehr als genug geniale Biketrails, um sich hier wochenlang austoben zu können. Allerdings fehlen leider Zeit und Kraft, alle fahren zu können. Während der MEGA-Woche, die neben dem weltberühmten Marathon-Downhill auch ein Endurorennen und ein klassisches Downhillrennen bietet, hat man bereits mehr als genug damit zu tun, die Mega Qualifikationstrecke und die Finalstrecke kennenzulernen und abzufahren. 32km Trail am Stück fährt man nunmal nicht einfach so vor dem Frühstück! Erst recht keine 32km Downhill-Strecke, die es absolut in sich hat und die den Fahrer konditionell und fahrtechnisch bedingungslos fordert. Dem Startstück bestehend aus Schnee, Gletschereis und großen scharfkantigen Felsen, folgt ein technischer Trail. Dieser wechselt sich zwar freundlicherweise mit flowigen Stücken ab, wird aber gemeinerweise in unregelmäßigen Abständen von zornigen Gegenanstiegen unterbrochen. Nach der Fahrt durch mehrere Klimazonen, begonnen am Pic Blanc in 3330 Meter über dem Meer kommt man schließlich 2500 Höhenmeter tiefer in dem kleinen Ort Allemond aus – erschöpft aber mehr als glücklich. Das komplett eingestaubte Bike gibt nur noch ein zaghaftes Quietschen von sich. Idealerweise hätte man es auf halbem Weg schon zum Service geschickt…

Die Qualifikationsstrecke, auf der in 10 Läufen à 200 Fahrer die 2000 Teilnehmer auf die jeweilgen Finalläufe aufgeteilt werden ist nur gut halb so lang wie das Finale, hat es aber nicht minder in sich. Auch hier trennt sich relativ bald die Spreu vom Weizen.




Direkt nach dem Start geht es im gröbsten Schotter durch ein paar Serpentinen. Dann folgen auch hier kleinere Schneefelder und offenes Gelände mit tiefen Felsstufen. Bevor es dann in den eigentlichen Singletrail geht, hat sich das Feld ganz gut sortiert und auseinander gezogen.

Der Trail selbst besteht aus gefühlt tausend Anliegern. Zunächst in steilem grob-felsigen Gelände läuft er nach einigen hundert Höhenmetern in eine längere Tretpassage aus, bevor er in eine neu gebaute traumhaft flowige Bikepark-Strecke übergeht.













Nun erwartet mich ein entspannter Samstag. Ich werde noch einmal gemütlich Teile der Strecke abrollen und am Nachmittag noch ein paar Action-Shots mit David Schultheiß einfangen, bevor ich mich dann auf das Rennen am Sonntag freue.

32 Kilometer Vollgas über die Trails: Durch Schnee, Eis, Felsen, Wiesen und Wälder. Unterwegs werd ich mich hin und wieder fragen, warum ich mir den Unsinn überhaupt antue. Und am Ende wird es doch wieder ein großartiges sportliches Vergnügen gewesen sein. Jeah!”





Sportliche Grüße aus Alpe d’Huez

Max